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Newsletter
Geschichten vom Bettrand und andere Neuigkeiten
Einmal pro Monat versenden wir einen Newsletter mit Einblicken in unsere Arbeit. Zudem verschicken wir hin und wieder unseren Newsletter Geschichten vom Bettrand. Darin erzählen die Kulturschaffenden von KULTUR AM BETTRAND von persönlichen Erlebnissen und berührenden Begegnungen.
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Geschichte vom Bettrand
mit Brigitte Hirsig
Ich erzählte am Bettrand von einer dementen Frau. Sie lag im Spital auf der Abteilung der Geriatrie. Es war ein warmer Sommertag. Die Frau hatte Besuch von zwei Freundinnen.
Die beiden Besucherinnen freuten sich sehr, als ich erklärte, dass ich im Rahmen von Kultur am Bettrand für sie Märchen erzählen würde, die demente Frau allerdings schien mir gar nicht begeistert zu sein.
Geschichte vom Bettrand
mit Clíodhna Ní Aodáin
Es gibt etwas Aussergewöhnliches daran, für jemanden an ihrem letzten Tag auf Erden zu spielen. Das erste Mal, dass ich für KaB spielte, war im Dianconis in Bern. Die Frau, die sich Cellomusik gewünscht hatte, hatte entschieden, sich am folgenden Tag über Exit vom Leben zu verabschieden.
Geschichte vom Bettrand
mit Isabel Lerchmüller
Kaum hatte ich das erste Stück auf meiner japanischen Shakuhachi Flöte beendet, begannen die beiden Frauen von ihren inneren Bildern und Erfahrungen zu erzählen. Damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet. Bei meinem ersten Einsatz für KaB im Spital empfand ich im Vorfeld eine gewisse Unsicherheit. Wie werden die Menschen auf dieses unbekannte Instrument und diese fremde Musik reagieren? Werde ich Ihnen durch mein Spiel und die Begegnung auch wirklich etwas geben können?
Geschichte vom Bettrand
mit Teenage Songbook
Unser Ankommen in der Turnhalle der JVA Hindelbank führte durch mehrere Sicherheitstüren, gepflegte Höfe und kurzgemähtes Gras. Wir wurden von den Mitarbeiter:innen mit professionellen, herzlichen Händedrücken empfangen.
Es war spürbar, dass dieser Abend für die Anstalt ein spezieller war.
Von Weitem tauschten wir bereits einige Blicke und Hallo’s mit Insassinnen, die ihren abendlichen Ämtli nachgingen.
Geschichte vom Bettrand
mit Anna Känzig
Es war mein zweiter Einsatz im USZ für „Kultur am Bettrand“. Nach einem kurzen Moment der Orientierungslosigkeit, hatte ich die entsprechende Abteilung gefunden.
Die erste Tür öffnete sich, und im Zimmer lag eine junge Frau, ihre Grosseltern sassen an ihrem Bett. Die Luft war schwer, die Stille fast greifbar. Ich wusste nicht, was genau sie hatte, nur, dass sie auf der neurologischen Abteilung lag. Ihr Blick war müde, doch als ich fragte, ob ich ein paar Lieder spielen dürfe, regte sich etwas in ihrem Gesicht – ein leises, vorsichtiges Lächeln, kaum merklich, aber da.
Geschichte vom Bettrand
mit Veronika Ehrensperger
Ich rolle meine Harfe durch den langen Gang des Krankenhauses zum Stationszimmer.
„Die Dame im Zimmer 216 würde gerne in der Sitzecke der Musik lauschen“ sagt mir die verantwortliche Kontaktperson.
Ich richte mich dort ein und schon spaziert eine ältere Dame mit ihrem Infusionsständer, gestützt durch eine Pflegefachkraft Richtung Sitzecke.
Geschichte vom Bettrand
mit Trummer
Es war eine kurzfristige Anfrage, weil nicht mehr viel Zeit blieb. Das Haus, ein Sterbe-Hospiz in der Nähe von Solothurn, ein warmer, aber bedeckter Tag, ich stand auf dem Parkplatz und blickte zur Tür. Hinter einem der Fenster erwartete mich ein Elternpaar, das sich von seinem Sohn verabschieden musste. Der Sohn mit Krebs im Endstadium, ein paar Jahre jünger als ich, Vater von zwei Kindern, wie ich, Musikfan, wie ich. In meiner Gitarrentasche hatte ich ein paar rasch ausgedruckte Textblätter mit den gewünschten Mundart-Songs, die auch meine Jugend geprägt hatten.
Geschichte vom Bettrand
mit Walter Däpp
Der heutige Tag, sagte sie beim Abschied, sei für sie «ein Sonnentag» gewesen. Die Sonne war zwar von einem Dunstschleier umhüllt, die Berge zeichneten sich nur in einzelnen Umrissen am Horizont ab. «Für mich», meinte sie, «ist das immer so. Die Augen mögen nicht mehr.» Doch eben: Der Besuch, der Geschichtennachmittag und das «Zäme z Gschprächle» habe für sie den heutigen Tag zum Sonnentag gemacht.
Geschichte vom Bettrand
mit Shirley Grimes
An diesem Tag war ich für Spitalbesuche eingeteilt. Solche Einsätze sind oft für mich ebenso herausfordernd und anstrengend wie erfüllend. Innerhalb von drei Stunden gebe ich bis zu sechs individuelle Mini-Konzerte für einzelne Patient:innen. Jede Begegnung bringt mich mit Menschen zusammen, die gerade schwere körperliche und oft auch emotionale Zeiten durchleben. Ich versuche mich immer an die jeweilige Situation anzupassen – was mir nicht immer gelingt.
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